Drive-By

Ich heiße Indigo Munyez, mein voller Name lautet Indigo Torres Santiago Munyez. Ich bin bei der Highway Patrol und war an diesem sonnigen Samstag-Vormittag auf der Route 66 im südlichen Nevada eingeteilt. Und um es vorweg zu nehmen, ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte!
Ich fuhr also mit etwa 50 Meilen die Stunde auf der Route 66 Richtung Süden, als mich diese Frau langsam auf ihrer Harley überholte.  Ihre langen Haare flogen im Wind, sie sah zu mir rüber und lächelte, sie war bildschön und noch etwas, dass ich nicht beschreiben konnte war da, dass mir die Szenerie wie in Zeitlupe vorkommen ließ. Dann schwenkte sie kurz vor mir ein und für einen Moment verlor ich fast die Kontrolle über mein Bike. Der Fahrtwind trug mir ihren Duft aus reinsten Pheromonen zu, der in mir ein kolossales Feuerwerk auslöste, mir das Denken erschwerte. Ich sah, wie sie beschleunigte, der Abstand zwischen uns immer größer wurde und fühlte, wie sich mir das Herz verkrampfte, sich die Angst ausbreitete, sie nie wieder zu sehen. "Alter! Das gleicht ja einem Drive-By!" sagte ich leise zu mir. Ich griff nach meinem Funk:
"crrrk" "Mike twenty one für Zentrale."
"crrrk" "Hier Zentrale, sprechen sie Mike twenty one."
"crrrk" "Ich habe hier ein four eighty, verfolge eine Harley mit weiblicher Person Richtung Süden  bei Milestone 361. Drive-By.
"crrrk" "Hier Zentrale, verstanden, schicken Unterstützung!
"crrrk" "hier Adam fourteen für Mike twenty one, sind etwa 15 Meilen voraus, errichten Blockade.
"crrrk" "Mike twenty one, verstanden - Ende!
Unvorstellbar lange 3 Minuten später, kam ich an die Blockade, Adam 14 stand quer auf der Fahrbahn und die Kollegen Spence und Marc hinter ihm mit der Waffe im Anschlag. Die Lady hatte ihre Fat Boy am Fahrbahnrand abgestellt, stand mit leicht gespreizten Beinen und mit den Händen hinter dem Kopf daneben. Ich hielt etwa auf der Länge von 2 Bike's hinter ihr, stieg ab, legte Helm und Handschuhe auf die Sitzbank und ging zu ihr. "Lady, sie sind festgenommen! Sie haben das Recht zu schweigen!", sagte ich, als sie sich plötzlich nur mit dem Kopf nach mir umdrehte, mich anlächelte. Ihre Haare flogen verzögert herum und ihr Pony bedeckte dann wieder, das halbe Gesicht, so dass sie mich jetzt mit nur einem Auge ansah. "Sie haben das Recht zu Lächeln!", sagte ich, während ich ihr die Handschellen anlegte. Keine Ahnung, warum ich das sagte! Wie zufällig berührten sich unsere Finger, mich durchströmte eine Art Energie und die Knie wurden mir weich. "A..a...alles, was sie jetzt sagen, kann und wird gegen mich verwendet werden." Was zum Geier erzähle ich da?, dachte ich gerade, als Spence mit nur einem Bein aus dem Auto stieg und mir übers Dach des Autos zurief: "Hey Indy, der Scherriff fragt wo genau der Tatort ist!" "Welcher Tatort?", fragte ich verdattert zurück. Jetzt kam Marc auf mich zu und sagte:"Hey Alter! Du hast einen 480 gemeldet. In Tateinheit mit einem Drive-By!" "Hab ich nicht, nur ein 507, wegen dem Helm!", entrüstete ich mich, realisiere aber dass irgendetwas nicht stimmt. "Hab ich?", fragte ich nach. "Ja, verdammt! Hast du!", gab Marc zurück, während er der Lady die Handschellen wieder abnahm. Spence führte mich zum Wagen, reichte mir eine Flasche Wasser und sagte:"Die Hitze und dieser verdammte Helm, ich kenn das!"
"Bitte entschuldigen Sie vielmals, dieses "Staatsaufgebot" und die Unannehmlichkeiten Miss Caty!", sagte Marc zu der Lady, dessen Papiere er eingesehen hatte. "Kein Problem, hat irgendwie Spaß gemacht.", sagte Miss Caty mit einem bezauberndem Lächeln, stieg auf ihr Bike, band ihre Haare zu einem Zopf, lächelte nochmal in meine Richtung und ergänzte noch: "Bis zum nächsten Mal, Officer Indyman!" Dann brauste sie davon. Und wieder hatte ich dieses reißende Gefühl in meinem Herzen.

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